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  • Gerda Neunhoeffer

Ars Excelsis Ensemble mischt die Jahreszeiten und erntet Beifall wie ein Sommergewitter

Aktualisiert: 3. Dez. 2023

Das junge Luzerner Ars Excelsis Ensemble geht mit der Solistin Isabel Charisius neue Wege. Auch bei Vivaldi und Piazzolla können alle dem Dirigenten dreinreden.

Mehr als Solistin im Ars Excelsis: Isabel Charisius (im Bild in einem KKL)
Mehr als Solistin im Ars Excelsis: Isabel Charisius (im Bild in einem KKL)

Wie sind die Jahreszeiten auf der Nordhalbkugel oder auf der Südhalbkugel? Das konnte man am Samstag im Maihof Kirchsaal hören. Das Ars Excelsis Ensemble spielte sich mit Hingabe und viel Temperament durch die Jahreszeiten-Zyklen von Astor Piazzolla und Vivaldi.

Das 2019 auf Dreilinden gegründete Ensemble erarbeitet Projekte in verschiedenen Besetzungen. «Die gemeinsame Entwicklung der Interpretationen entsteht durch individuelle Anregungen aller», erklärt Dirigent Gregor Bugar die spezielle Arbeitsweise des Ensembles.

Er hat unter anderen bei Isabel Charisius studiert. Sie ist Dozentin in Luzern und sehr engagiert in der Förderung und Entwicklung junger Ensembles aus der ganzen Welt. Mit ihr als Violin-Solistin gelingt dem Streicher-Ensemble ein dichtes und ausdrucksstarkes Konzert mit dem erhellenden Titel «8 Stagioni». Denn sie kombinieren die Jahreszeiten so, wie sie gleichzeitig auf der Erde stattfinden, Winter in Argentinien, Sommer in Italien, und so fort.



Streicherfarben ohne Cembalo und Bandoneon

Piazzollas «Cuatro Estaciones Portenas» erklingen in Arrangements von L. Desyatnikov. Man vermisst hier ein Bandoneon ebenso wenig wie bei Vivaldi ein Cembalo: Die Streichinstrumente entwickeln eine Klangfarbigkeit und Leuchtkraft, eine dynamische Bandbreite geradezu kosmischen Ausmasses, die jedes Detail der Kompositionen erfüllt. Man spürt, dass fast alle Musizierenden bei Isabel Charisius studiert oder Kammermusikkurse bei ihr besucht haben.

Die klirrende Kälte im argentinischen Winter wird ebenso drastisch ausgereizt wie das Unwetter in Vivaldis Sommer. Mit betörend schmelzendem Ton spielt Charisius die langsamen Sätze, und bei Piazzolla hört man die ganze Sehnsucht und Melancholie eines Abends in Buenos Aires. Dann wieder überwiegt unbändige Lebenslust, die auch raue Töne und knalliges Pizzicato nicht scheut.

Alles fügt sich wunderbar ineinander, und zusätzlich verbindend erklingt bei Piazzolla immer mal wieder Vivaldi pur. Am Schluss ist der Applaus so stürmisch wie die Musik.



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